Rundreise durch die USA

 

12. Tag                13. Tag                14. Tag                15. Tag

 

12. Tag:

 Route: Lee Vining – Tioga Pass Road – Yosemite National Park – Mariposa
Fahrt: 190 km, 4 ¾ Std.

Bereits am Vortag konnten wir auf einer großen Tafel lesen, dass die Tioga Pass Road geöffnet war. Nachdem ich erfahren hatte, dass das Memorial Day Weekend, das erste Wochenende ist, an dem die Straße überhaupt geöffnet wird, hatte ich sicherheitshalber auch eine Ausweichroute über Lake Tahoe geplant. So war es uns aber viel lieber, da wir den Lieblingspark der Amerikaner auch unbedingt sehen wollten.

Um 8 Uhr machten wir uns auf die Reise und standen eine Stunde später am Tenaya Lake. Nach einigen weiteren Fotopausen und etlichen Kurven und Bergauf- und Bergabfahrten, lief uns fast ein Hirsch vors Auto. Wenig später kramte ich gerade am Rücksitz nach meiner Videokamera, als mein Mann plötzlich bremste. Ein Bär wollte gerade auf die Straße laufen, zog sich aber schnell wieder in den Wald zurück, nachdem er uns gesehen hatte . Somit entging mir das einmalige Erlebnis, auch einen Bär aus sicherer Entfernung ohne Gitterstäbe vorm Gesicht sehen zu dürfen.

 

Wenn man von der Tioga Pass Road nach links auf die CA-140 abbiegt, kommt irgendwann einmal ein Aussichtspunkt, den man leicht verpasst, aber nicht verpassen sollte. Ich glaube es war kurz nach einem Tunnel, aber ich kann mich leider nicht mehr genau erinnern. Man hatte auf jeden Fall einen wunderschönen Blick ins Tal. Etwas später konnten wir auch zwischen einem aufgescheuchten Haufen Japaner einen Platz beim Aussichtspunkt „Valley View“ ergattern.

 

Um 11:15 kamen wir in Yosemite Village an. Vorher mussten wir natürlich auch noch die Wasserfälle und Berge fotografieren. Es sieht hier zwar nicht viel anders aus als im Gebirge in Österreich, aber der Park besticht einfach durch die gigantischen Größen der einzelnen Elemente.

  

Wir parkten unser Auto und mussten feststellen, dass wirklich sehr viele Leute hier waren. Trotzdem fuhren wir mit einem Shuttlebus zum Visitor Center. Dort holten wir uns ein Sandwich und verputzten es gleich an Ort und Stelle. Dann nahmen wir wieder einen Bus bis zur Haltestelle „Stable“.

 

Von dort aus gingen wir den Weg zum Mirror Lake. Angeschrieben stand 1,5 Meilen, aber irgendwie fanden wir den See nicht. Wir gingen und gingen und irgendwann kam uns jemand entgegen, den wir fragen konnten, ob hier irgendwann eine Brücke kommt. Es war zwar Wasser neben uns, aber wir sahen keinen See. Na ja, nach über 1 Stunde kamen wir zu einer Brücke und der Weg drehte endlich in die richtige Richtung zurück zum Ausgangspunkt. Auf dieser Seite war dann auch etwas vom Mirror Lake zu sehen.

Nach gut zwei Stunden kamen wir zur Bushaltestelle zurück und drängten uns gerade noch in einen abfahrenden Bus hinein. Er war übervoll und bei der nächsten Haltestelle konnten nicht mehr alle Leute mitfahren. Ich möchte nicht wissen, wie es sich hier in der Hauptsaison abspielt.

Hier nun einige Impressionen vom Yosemite National Park.

        
Tenaya Lake                                                                                bei der Wanderung

 

        
 Merced River                                          Yosemite Falls                                        bei der Wanderung

 

Um 15:50 waren wir wieder bei unserem Mustang und fuhren auf der CA-140 hinaus aus dem Tal nach Mariposa. Dort bezogen wir um 17:30 unser Zimmer im Super 8 Motel. Es kostete $ 88,11 und war eigentlich das schäbigste aller Motels, die wir bewohnt haben. Das Zimmer war zwar schön, vor allem das Bad war ganz toll, aber sowohl am Flur, als auch im Aufzug oder im Frühstücksraum war alles irgendwie schmuddelig.

Die Betreiberin des Motels war zwar sehr freundlich, aber auch etwas na ja, wie soll ich sagen, ordinär. Wir hörten sie draußen herumschreien – keine Ahnung, ob am Telefon oder mit der anderen Frau, die draußen war. Wir fühlten uns hier jedenfalls nicht wohl und suchten am nächsten Morgen schnell das Weite.

Abendessen gingen wir im „Miner’s Inn Restaurant“. Hier gab es unter anderem ein Suppen- und Salatbuffet. Wir aßen uns um $ 22,57 satt und es war gut.

 

13. Tag:

Route: Mariposa – Modesto – Napa – Calistoga – Lakeport
Fahrt: 430 km, 6 ¼ Std.

Unsere Abreise an diesem Tag erfolgte um 8:10 und führte uns über die CA-140 W auf die CA-99 N, dann kurz vor Manteca über die CA-120 W zur I-205, weiter zur I-580 W und schließlich auf die I-680 N. Bei Vallejo ging’s rüber auf die I-780 W, dann runter auf die CA-29 N Richtung Napa.

Die CA-29 durch das Napa Valley ist eine Katastrophe. Wir hatten die ganzen drei Wochen nicht so viel Verkehr, wie auf diesen 20 Meilen.

 

 

Die 1. Rast machten wir an der I-205 in Tracy. Wir fuhren runter zu Denny’s und genehmigten uns ein verspätetes Frühstück (10:40 – 11:30).

Am Parkplatz draußen entstand dieses nette Bild - Ford Mustang in alt und neu

 

 

 

Um 13:20 kamen wir nach Yountville im Napa Valley und machten einen kurzen Spaziergang und gingen in ein Restaurant etwas trinken (bis 14:10).

Wir fuhren weiter nach Calistoga und Middletown. Dort bogen wir links weg auf die CA-175 Richtung Lakeport. Diese 27 km hatten es in sich. Es war sehr hügelig und kurvig. Man konnte nie schneller als 50 km/h fahren, aber trotzdem lohnte sich der Weg. Als sich die CA-175 mit der CA-29 wieder traf, hatten wir das Gefühl über Lower Lake und dann erst links wär’s besser gewesen (hat eher nach der Hauptstraße ausgesehen), aber beide Straßen waren in meiner Karte gelb eingezeichnet. Nachdem uns aber gleich 5 oder 6 Einsatzfahrzeuge mit Sirenengeheul entgegen kamen, die zur CA-29 weiter fuhren, waren wir froh über unsere Entscheidung. War wohl ein Wink des Schicksals.

Um 16 Uhr kamen wir in Lakeport an. Die Stadt ist total nett, schon fast kitschig und liegt direkt am See. An der Hauptstraße gingen wir zu einem Chinesen Abendessen, das hätten wir uns sparen können. Es war fast schon grauenhaft. Das Motel, das „Anchorage Inn“, war dagegen super. Es hat einen kleinen Pool und einen Griller direkt am See ($ 71,50).

        
unser Motel - Anchorage Inn                                                                                   unser Mustang am Clear Lake

 

Ein paar interessante Autos, die wir an diesem Tag gesehen haben:

 

      

 

 

 


Oldtimer auf der Main Street in Lakeport

 

14. Tag:

Route: Lakeport – Willits – Leggett – Fort Bragg – Gualala
Fahrt: 300 km, 7 ¼ Std.

Um 9 Uhr gingen wir in eine Bakery um ein Frühstück, dann fuhren wir rüber zur US-101 N. Um 11:30 waren wir in Leggett beim „Drive Thru Tree“, dem Chandelier Tree. Die Rundfahrt ist nicht lang und kostet $ 5,-. Es hat uns sehr gut gefallen, obwohl es schon etwas eng da durch war und gerade da bin ich gefahren.


 

Um 11:45 fuhren wir weiter Richtung Pazifik zum Highway No. I. Um 12:40 hatten wir das Meer erreicht. Die Strecke von Leggett bis San Francisco ist größtenteils so kurvig und hügelig, dass man meistens nur 30 – 50 km/h fahren kann. Es ist sehr anstrengend für Fahrer und Beifahrer. Ich habe ja schon gelesen, dass es kurvig ist, aber mit so einem Hin und Her habe ich nicht gerechnet.

In Fort Bragg gingen wir zu Denny’s (13:45-14:40) auf ein ganz tolles Ranch Cut Steak um $ 11,75 pro Portion. Das war das beste Essen in 3 Wochen. Dann kurvten wir weiter bis Mendocino (Ankunft 15:15).

Wir gingen ins Visitor Center, um uns über Nächtigungsmöglichkeiten zu informieren, aber irgendwie kamen wir uns fehl am Platz vor. Dieses Puppenhaus ähnliche Örtchen ist zwar wunderschön, aber wir fühlten uns hier nicht wohl. Die geplante Strecke war ja bis Gualala, aber es war einfach viel zeitaufwendiger, als geglaubt. Trotzdem fuhren wir weiter und hielten nach einem passendem Ort für unsere Nächtigung Ausschau.

         
Allein stehendes Haus am Highway                                                                 Scenic View

Wir spulten einen Kilometer nach dem anderen herunter, aber fanden keinen passenden Ort zur Nächtigung. Um ca. 17:45 kamen wir endlich in Gualala an. Wir fragten im „Sea Cliff Hotel“ nach einem Zimmer. Der Preis war zwar hoch, aber es lag direkt am Meer und nach dem anstrengendem Tag, wollten wir nur mehr ein Zimmer und unsere Ruhe.

 

 

Es waren 4 Häuser mit jeweils zwei Stockwerken und hier jeweils zwei Zimmer nebeneinander. Jedes hatte einen kleinen Balkon und riesige Fenster zum Meer hinaus.

Wir hatten einen Kamin (mit Gas, brauchte man nur den Schalter drehen) und eine Badewanne mit Whirlpool. Auch ein Fernglas war im Zimmer – für’s Whale watching. Außerdem gab es auch einen Kühlschrank und darin stand eine Flasche Champagner, die im Preis inbegriffen war ($ 155,40 also € 118,50).

Das Wetter ist hier richtig zwei geteilt. Bei Leggett schien noch die Sonne, aber sobald wir über die Hügel zum Meer kamen, war es bewölkt und ziemlich kalt. Man sah teilweise am Rand der Berge den blauen Himmel dahinter, aber am Highway war’s dauernd grau. Deshalb freuten wir uns, dass an diesem Tag noch die Sonne hervor kam.

 

 

Wir gingen ein paar Meter weiter in den Supermarkt und kauften unser Abendessen, das wir dann in unserem tollen Zimmer bei Sonnenuntergang genossen.

           
         Terrasse                                                                                       Blick aus den riesigen Zimmerfenstern

 


gegenüber vom Supermarkt fanden wir dieses Exemplar

 

15. Tag:

 Route: Gualala – Jenner – Tomales – San Francisco
Fahrt: 190 km, 5 ¼ Std.

Am nächsten Morgen saß vor unserem Fenster ein Mann auf einen Stein und starrte aufs Meer hinaus. Dann kam noch ein zweiter hinzu und deutete aufs Meer hinaus. Natürlich war ich neugierig und holte das Fernglas und siehe da, es war wirklich ein Wal unterwegs. Ganz aufgeregt rief ich meinem Mann, der gerade im Bad war. Wir konnten sogar ein Foto schießen, nur leider sieht man darauf nur mehr den letzten Rest der Schwanzflosse in der Ferne und viel Wasser

Wir genossen noch ein Frühstück bei Kaminfeuer und fuhren um 8:45 weiter Richtung San Francisco. Ich wollte eigentlich alle möglichen State Parks besuchen, aber das verging einem, da man als Beifahrer und Kartenleser das Gefühl hatte, sich nicht von der Stelle zu bewegen. Das waren meine längsten 190 km, die ich jemals gefahren bin. Die Strecke Leggett–San Francisco über den Highway I ist zwar sehr beeindruckend, aber man sollte sich auf jeden Fall 3 Tage Zeit nehmen. Da haben meine Routenplaner leider alle versagt.

Um 10:15 kamen wir nach Jenner, wo ich auf einer Sandbank Tiere entdeckt habe. Wir beschlossen uns ein wenig die Beine zu vertreten und zu erkunden, um welche Meeressäuger es sich handelte. Wie man auf den Bildern sieht, war es sehr kalt.

           
Im Wintergewand bei Jenner                                                                              Robben bei Jenner

 

Um 11:15 fuhren wir wieder ab und suchten in Bodega Bay das Haus aus dem Film „Die Vögel“. Wir haben’s nicht gefunden – macht aber nix, also weiter Richtung San Francisco. Dafür standen diese Autos am Straßenrand:

      

 

 

Nach Bodega Bay führt die Straße ins Landesinnere und bei einer Abzweigung war ich mir nicht sicher, wohin wir fahren müssen . Wir irrten also über eine Stunde herum, ohne zu wissen, ob wir wirklich richtig sind, aber der Kompass zeigte Süden, also fuhren wir auf jeden Fall in die richtige Richtung. Irgendwann kamen wir in Tomales an eine Kreuzung und da wusste ich endlich wieder, wo wir wirklich waren . Meine Vermutung stimmte ja, aber sicher war ich mir erst wieder hier.

Bei Marshall (diesen 3 Häuser Ort findet man nicht schnell auf einer Karte) blieben wir stehen, um eine Kleinigkeit von unseren Vorräten zu essen (13:00 – 13:15). In dieser Zeit fuhr kein einziges Auto vorbei. Diese Gegend erschien wie aus einem Märchen extra für uns hergezaubert – es war irre.
          

 

Aber Autos braucht man auch in entlegenen Winkeln:

 

 

Nach der Stärkung fuhren wir das Kurvengewirr weiter, kamen wieder zum Meer, um bald darauf wieder ins Landesinnere Richtung Mill Valley und weiter Richtung US-101 und die Golden Gate Bridge nach San Francisco zu kommen. Leider zogen über den Panoramic Hwy bei Mill Valley so viele Wolken oder war’s Nebel ? Keine Ahnung – es war schweinisch kalt und grau, hügelig und kurvig und nach zwei Tagen Kurven einfach nur mehr – übel. Nach endlos erscheinenden 20 Minuten kamen wir endlich auf den US-101. Über Google Earth habe ich gesehen, dass man vor der Brücke noch einmal abfahren kann und zu einem kleinen Parkplatz kommt. Hier fuhren wir runter, um ein Bild von der Golden Gate zu machen, aber es war so kalt, dass wir schleunigst wieder ins Auto hüpften.

Jetzt hatten wir es geschafft und fuhren auf der bekanntesten Brücke hinüber nach San Francisco. Es war ein ganz besonderes Gefühl.

Nach Bezahlung der Maut fuhren wir weiter von der US-101 runter auf die Lombard Street und kamen zum „Lombard Motor Inn“. Dieses Hotel liegt sehr günstig und hat eine Parkgarage. Es war nicht das billigste, aber nach der langen Fahrt wollten wir nicht noch in der Stadt herumirren und zahlten schließlich für 3 Nächte $ 383,04 (€ 289,96). Für ein 4* Hotel in guter Lage gar nicht so schlimm.

 

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